Bedürfnispyramide im digitalen Zeitalter

„Krullestaart? Krullestaart? Hallo? Wo bist du?“ ruft Snorrebaard

„Ich bin hier oben!“

„Wo?“

„Hier oben! Siehst du den alten Rechner mit den Softwarepaketen auf dem Monitor oben drauf? Da musst du hoch!“

Snorrebaard schaut nach oben.

„Ich sehe nur eine Wolke !“

„Ach du Käsehirn, das ist doch keine Wolke! Das ist das Internet!“

„Und was machst du da, oben im Internet?“

„Also, zuerst war ich nur auf der Suche nach Bahnverbindungen und Schnäppchen. Aber das reicht mir nicht mehr. Jetzt möchte ich so viel wie möglich Facebook Freunden zusammen tragen“, antwortet Krullestaart.

Zufrieden stapelt er ein weiteres Profilbild auf seine Sammlung.

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„Aber wozu das alles?“ fragt Snorrebaard.

„Warum? Du hast bestimmt schon mal von der Maslowsche Bedürfnispyramide gehört, oder? Im digitalen Zeitalter sollte das so interpretiert werden, dass, nachdem Grundbedürfnisse wie Hardware, Software und Internet Zugang befriedigt worden sind, man anfangen sollte sein soziales Netzwerk online zu pflegen. Es sei das ultimative Ziel, sein „Digitales Ich“ zu verwirklichen“, erklärt Krullestaart, während er höher und höher die Bedürfnispyramide hinaufklettert.

„Aber Krullestaart, ich brauche dich doch hier unten, in der realen Welt!“ ruft Snorrebaard verzweifelt.

„11100010 10011110“ antwortet Krullestaart.

„Was?“

„11000100 10011000 00110101!“

„Krullestaart?! Was ist los? Warum redest du nicht mehr normal mit mir? … 110…? Ah, ich verstehe! Ich soll den Notruf anrufen… Warte…“

In aller eile greift Snorrebaard nach seinem Handy.

„Ja, hallo, mein Name ist Snorrebaard. Können Sie bitte schnell zur Quatschgrube kommen? Ich befürchte, dass mein Freund… Wie bitte? Alle Retter sind bereits im Einsatz? Was? Oh weia, die Bedürfnispyramide zu Babel ist durch die Sprachverwirrung von analog auf digital vom Einstürzten bedroht?!“

Geschockt legt Snorrebaard auf.

„Jetzt sollte ich mich wohl selbst schnell in Sicherheit bringen! Mal schauen, wo denn der Zugang zu meiner digitalen Existenz ist?

Ah hier: Quatschtronauten auf Facebook.

So, jetzt nur noch auf den „Like“ Button klicken, um mich mit meinem Profilbild zu verewigen und dann bin ich gerettet!“

Die Quatschtronauten

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