IT-nationalisierung

„Was schaust du besorgt, Snorrebaard, was ist los?“

„Hast du die Ergebnisse dieser internationalen Marktforschungsstudie schon gelesen? Genau in den Länder, wo die Menschen gerne Käse essen – in Italien, Holland, Frankreich und der Schweiz – kommt unser E-Cheese gar nicht gut an. 69% der Befragten sind der Meinung, dass das Produkt „E-Cheese“ charakterlos sei. Nur in den angelsächsischen Ländern scheinen sie was damit anfangen zu können.“

„Und, woran liegt das?“ fragt Krullestaart.

„Na ja… Die Kunden wollen ja nicht nur gesalzene Proteine mit Milchsäurebakterien kaufen, sie wünschen sich ein Stückchen Heimat auf ihren Teller: französisches Flair, italienische Lebenslust oder holländische Geselligkeit.“

„Tja, dass lässt sich durch ein Stückchen Software natürlich schwer vermitteln. Programmiersprachen sind nun mal auf Englisch und alle standardisiert. Hier, schau dir doch mal den Code unsere E-Cheese Lizenz an:“

„Wie langweilig… aber muss das so sein? Der Zuckergehalt in Nutella wird doch auch an den lokalen Geschmack angepasst. Die Stimmen von Hollywood-Schauspieler werden synchronisiert. Und Autos werden in anderen Farben lackiert, oder sogar mit dem Lenkrad auf der anderen Seite produziert. Nur wir in der IT-Branche halten an dem Prinzip „One size fits all“ fest… wir müssen IT-nationalisieren!“

Krullestaart hört schon nicht mehr zu. Er hat es längst verstanden und tippt konzentriert auf seinem Laptop herum.

„Tataaaa!!“ ruft er stolz.

Der europäische Markt wird uns zu Füssen liegen!

Die Quatschtronauten.

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