Die Anti-kapitalistische Schallwelle

Die DDR hatte damals ihre Mauer. Offiziell, um sich vor den schlechten Einflüssen des Westens zu schützen. In Wirklichkeit, um zu vermeiden, dass die Leute das Land verlassen können und dass das sozialistische System zusammenbricht. Der Sturz der Mauer kam mit dem Sturz des Systems, und umgedreht.

Es würde nahe liegen zu behaupten, dass das Meer der Anti-kapitalistische Schutzwall Kubas sei. Dann könnte Fidel beruhigt sein: um diese Barriere trocken zu legen, bräuchte es eine neue Eiszeit statt einer Klima-Erwärmung.

Auf unserer Expedition vor Ort sind wir aber zu einem anderen Schluss gekommen. Das sozialistische System Kubas schützt sich mit einem viel subtileren Mechanismus: Der Anti-kapitalistischen Schallwelle.

Das Prinzip ist genial. Die Salsa-Klänge legen sich wie eine all-gegenwärtige musikalische Decke über das Land und stiften jeden dazu an, auch ein Instrument in die Hand zu nehmen oder die Hüften zu schwingen. Wer musiziert oder tanzt, wird weder etwas produzieren noch konsumieren. So werden die treibenden Kräfte der Marktökonomie lahm gelegt. Außerdem lässt es sich im Tanzfieber schlecht über Politik debattieren, und man ist schon gar nicht in der richtigen Stimmung für eine Konterrevolution.

*) Musik kämpft für den Traum der Gerechtigkeit, für Kuba und für die Welt, als Grundlage für unseren Patriotismus, unseren Sozialismus und unseren Internationalismus
**) Nichts oder Niemand kann die erleuchtete Zukunft Lateinamerikas und der Karibik aufhalten: „Salsa“
***) Die Musik ist die Tochter der Ideen und der Kultur.
****) Tanzen ist Einheit

Die ganze Welt schaut auf die Castros und ist gespannt, was passiert wenn Fidel stirbt. Wir glauben: Das System stirbt erst, wenn die Musik erlischt.

Viva la Musica!

Die Quatschtronauten.

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